Förderung Photovoltaik

PV Förderungen

In Österreich gibt es unterschiedliche Stellen, die Förderungen für Photovoltaik-Anlagen vergeben:

OeMag

Die OeMAG ist die Abwicklungsstelle für Ökostrom der Republik Österreich. Die OeMAG fördert PV-Anlagen und Speicherlösungen sowohl mittels Einspeisetarife als auch mit Investitionszuschüssen. Was muss man bei diesen Förderungen beachten und wie unterscheiden sich diese?

Tarifförderung:

Mit der Tarifförderung werden neu installierte Photovoltaik-Anlagen gefördert, die mindestens 5 kWp und max. 200 kWp groß sind. Vor der Fördereinreichung darf mit dem Bau der PV-Anlage nicht begonnen werden. Zudem muss die PV-Anlage an einem oder auf einem Gebäude installiert werden. Freiflächen-Anlagen werden nicht gefördert. Es werden nur jene Investitionen gefördert, die mit der Installation der PV-Anlage direkt zusammenhängen. Außerdem muss die Errichtung zwingend durch einen befugten Gewerbsmann aus der EU durchgeführt werden.

Folgende Förderungen werden vergeben:

  • Einspeisetarif: Staatlich garantiert für 13 Jahre ab Inbetriebnahme
  • Investitionszuschuss: maximal 30 Prozent der Investitionssumme
  1. Überschuss-Einspeiser:

    Bei einem sogenannten Überschuss-Einspeiser wird zuerst der auf dem Dach produzierte PV-Strom selbst verbraucht. Sollte ein Überschuss übrigbleiben, dann wird dieser ins öffentliche Netz eingespeist und von der OeMAG vergütet (Einspeisetarif). Bei der Fördereinreichung ist die Eigenverbrauchsquote anzugeben. Je höher diese ist, um so weiter wird der Förderantrag im Rahmen der Vergabe vorgereiht.

    Dabei ist zu beachten, dass pro Zählpunkt maximal 200 kWp gefördert werden. Das heißt wenn man die maximale Leistung von 200 kWp erreicht hat, dann kann man bis zum Auslaufen des Einspeisetarifes die bestehende PV-Anlage NICHT erweitern, auch wenn man dies ohne weitere Förderung tun würde.

    Fördereinreichung Jänner 2020:
    • Einspeisetarif: 7,67 Cent pro kW/h
    • Investitionszuschuss: EUR 250 / kWp
  2. Volleinspeiser:

    Bei einem sogenannten Volleinspeiser wird der gesamte auf dem Dach produzierte PV-Strom ins öffentliche Netz eingespeist und 13 Jahre lange von der OeMAG vergütet. Bei der Fördereinreichung ist Schnelligkeit gefragt: Die Einreichungen werden nach dem Einreichzeitpunkt gereiht.

    Für jeden Volleinspeiser wird im Vorfeld um einen eigenen Zählpunkt angesucht. Auch für einen Volleinspeiser gilt die maximale Größe von 200 kWp. Im Unterschied zu den Überschuss-Einspeisern kann man auch mehrere Volleinspeiser auf ein und demselben Dach nebeneinander errichten.

    Zusätzlich kann man neben einem oder mehreren Volleinspeisern auch einen maximal 200 kWp großen Überschuss-Einspeiser kombinieren.

    Fördereinreichung Jänner 2020:
    • Einspeisetarif: 7,67 Cent pro kW/h
    • Investitionszuschuss: EUR 250 / kWp, max. 30 %

    Nach Vertragsabschluss mit der OeMAG hat der Antragsteller 9 Monate Zeit, um die Anlage zu errichten und in Betrieb zu setzen. Erst mit dem Nachweis der Inbetriebsetzung und vollständiger Bezahlung der PV-Anlage wird der Investitionszuschuss durch die OeMAG ausbezahlt.

Investitionsförderung (Photovoltaik & Stromspeicher):

Mit der Novelle des Ökostromgesetzes besteht die Möglichkeit 2020, 2021 und 2022 eine Investitionsförderung für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher zu beantragen. Dabei steht ein Fördervolumen von Euro 36 Millionen per anno zur Verfügung. 2/3 oder 24 Million sind für die Errichtung bzw. Erweiterung von Photovoltaikanlagen vorgesehen.

Die Höhe der Förderung hängt von der Größe der PV-Anlage ab. Im Gegensatz zur Tarifförderung gibt es bei der Investitionsförderung KEINE Größenbeschränkung der PV-Anlagen.  Gefördert werden Anlagen von 5 kWp bis zu maximal 500 kWp. Die PV-Anlage kann in diesem Fall aber auch größer sein – es werden jedoch nur bis zu 500 kWp gefördert.

Klarstellend sei festgehalten, dass es bei dieser Förderung keinen Einspeisetarif gibt.

Fördereinreichung März 2020:

  • unter 100 kWp:                                              EUR 250 / kWp
  • über 100 kWp bis max. 500 kWp:                 EUR 200 / kWp

Für die Stromspeicher gibt es auch keine Größenbeschränkung.
Das Ausmaß der förderfähigen Speicherkapazität kann zwischen 0,5 kWh/kWp installierter Photovoltaik-Engpassleistung und maximal 50 kWh je Anlage betragen.

  • Bis 50 kWh:                                                     EUR 200 / kWh

Nach Vertragsabschluss mit der OeMAG hat der Antragsteller 12 Monate Zeit, um die Anlage zu errichten und in Betrieb zu setzen. Erst mit dem Nachweis der Inbetriebsetzung und vollständiger Bezahlung der PV-Anlage wird der Investitionszuschuss durch die OeMAG ausbezahlt.

Übersicht: Vergleich Tarifförderung und Investitionsförderung

Landesförderungen

Abhängig davon in welchem Bundesland Sie die PV-Anlage errichten möchten, gibt es folgende Landesförderungen: Landesförderung Wien, Niederösterreich, BurgenlandOberösterreich, Salzburg, Kärnten und Steiermark.

Burgenland: Förderhöhe maximal 300.000,- Euro

Kärnten: Förderhöhe maximal 50 % der Investitionskosten

Salzburg: Förderhöhe maximal 40 % der Investitionskosten

Wien: Förderhöhe maximal 30 % der Investitionskosten

PV-Anlagen für Land- und Forstwirtschaft:

Gefördert werden ausschließlich neu installierte, stationäre Photovoltaik-Anlagen im Netzparallelbetrieb, mit und ohne Stromspeicher, sowie Stromspeicher als Nachrüstung bei bestehenden PV Anlagen. Der Einbau von gebrauchten PV-Modulen sowie gebrauchten Stromspeichern wird nicht gefördert.

Gefördert werden Photovoltaik-Anlagen mit oder ohne Stromspeicher größer 5 kWp bis inklusive 50 kWp. Weiters die Nachrüstung von Stromspeichern bei bestehenden landwirtschaftlichen PV-Anlagen. Die Förderuntergrenze für Stromspeicher beträgt 4 kWh nutzbare Speicherkapazität.

Einen guten Überblick über die Förderlandschaft finden Sie auch unter

Photovoltaic Austria

Klima- und Energiefonds

Photovoltaik Recycling

Seit 2012 verpflichtet die EU alle Produzenten zur Rücknahme und Entsorgung ausgedienter Photovoltaik Module – WEEE-Richtlinie (Waste Electrical and Electronic Equipment; Directive 2012/19/EU). Im Sinne dieser Richtlinie werden PV-Module als Elektrogeräte eingestuft und werden unter Produzenten nicht nur Hersteller, sondern auch Importeure, Händler bis zu hin zu Installationsbetrieben verstanden.

In Österreich sieht die Elektroaltgeräte-Verordnung (EAG-VO) vor, dass defekte oder alte ausgediente Photovoltaik Module wie auch Wechselrichter und Stromspeicher gesammelt und ordnungsgemäß entsorgt/recycelt werden.

Für eine PV-Anlage werden Komponenten verwendet, die vielfach wiederverwendet werden können. Basis für dieses Kreislaufwirtschaftsmodell ist ein fachgerechtes Zerlegen in die wiederverwertbaren Einzelteile.

Für den Eigentümer einer PV-Anlage ist die Entsorgung alter Photovoltaik Module kostenfrei. Für die Entsorgung von Modulen einer Kleinanlage kann man sich an die nächstgelegene Sammelstelle wenden. Bei Großanlagen wendet man sich an ein Recyclingunternehmen, das dann den Abtransport per LKW organisiert. In diesen Zusammenhang ist zu beachten, dass die Module, Wechselrichter etc. selbst abgebaut werden müssen. Es ist lediglich die Abholung und Wiederverwertung abgesichert und kostenlos.

Bis dato war die jährliche Menge an zu entsorgenden PV-Komponenten recht gering, da der Ausbauboom in Österreich erst gegen Ende der 2000er Jahre begonnen hat. Bei einer Lebensdauer von 25 – 30 Jahren wird die Abfallmenge Ende der 2020er Jahre massiv steigen.

Dabei ist auch zu beachten, dass die Modulhersteller eine 25-jährige Leistungsgarantie von 80 Prozent auf ihre Produkte versprechen. Wenn ein Modul in den ersten 2 Jahren nicht defekt wird, dann kann man annehmen, dass das Modul die garantierte Leistungsperiode durchhalten wird (vorbehaltlich Naturkatastrophen oder sonstiger außergewöhnlicher Ereignisse).

Nach einer Studie von IRENA, der „International Renewable Energy Agency“ und der International Energy Agency Photovoltaic Power Systems (IEA-PVPS) kann die Wiederverwertung von PV-Modulen bis 2050 weltweit rund 78 Mio. Tonnen an wertvollen Stoffen und Komponenten freisetzen und so zurück in den Produktionskreislauf bringen.

End-of-life management: Solar Photovoltaic Panels

Aus Sicht eines Anlagenbetreibers funktioniert das gesetzlich vorgesehene Recycling-System bereits. An der Verbesserung des eigentlichen Recyclingprozesses wird laufend gearbeitet.

De-minimis-Beihilfen

Die Ömag-Förderungen sind für Unternehmen nicht als De-minimis-Beihilfen zu qualifizieren. Die Tarifförderungen gemäß Ökostromgesetz 2012 wurden auf Basis der europäischen Leitlinien für Energie- und Umweltschutzbeihilfen von der Europäischen Kommission genehmigt. Die Investitionsförderungen gemäß Ökostromgesetz 2012 basieren auf der allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO).

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